Bündnis gegen Gaskraftwerke veranstaltet Pressekonferenz vor Stadratsitzung

Direkt vor Beginn der Stadtratssitzung veranstaltet das neu gegründete „Bündnis gegen neue Gaskraftwerke Mainz / Wiesbaden“ eine Pressekonferenz vorm Kurfürstlichen Schloss in Mainz

Während der Sommerpause des Mainzer Stadtrats wurde der Bau des neuen Gasmotorenkraftwerks (KW6) genehmigt. Weder die Bürger*innen noch die Mitglieder*innen des Stadtrats wurden rechtzeitig darüber informiert. Dabei ist der Mainzer Oberbürgermeister Haase selbst Vorsitzender des Aufsichtsrates der Betreiberin des Kraftwerks KMW (Kraftwerke Mainz-Wiesbaden).

Als Reaktion auf diese Planung hat sich u.a. aus den Gruppen von Anuk e.V., BUND KG MZ, Fridays for Future MZ, Fridays For Future WI, Greenpeace MZ / WI, Kolibri-Kollektiv, Mainz4Democracy, MainzZero, Neue Generation MZ / WS, Parents For Future MZ, Students for Future MZ und dem Widerstandskollektiv MZ / WI ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis gegründet und in wenigen Wochen rund 3.000 Unterschriften von Mainzer Bürger*innen gesammelt, die sich gegen den Bau aussprechen.

Nur durch erneuerbare Energien können wir eine unabhängige Stromerzeugung sicherstellen, die preisstabil und klimaneutral ist

Merle Remmers, Sprecherin von Fridays for Future MZ, sagt: „Seit Beginn der Angriffe auf den Iran von den USA und Israel merken wir erneut, wie abhängig wir von Öl-Giganten und fossilen Autokraten sind. Diese fossile Abhängigkeit und die aus den Kriegen resultierenden starken Preisanstiege können wir und viele andere uns
nicht leisten. Durch den Bau neuer Gaskraftwerke bleibt diese Abhängigkeit bestehen. Nur durch erneuerbare Energien können wir eine unabhängige Stromerzeugung sicherstellen, die preisstabil und klimaneutral ist.“

Das Bündnis kritisiert zudem die klimaschädlichen Auswirkungen der Gaskraftwerke. Die Scientists for Future (S4F) Mainz-Wiesbaden haben berechnet, dass das genehmigte Gaskraftwerk KW6 die jährliche klimaschädliche Wirkung der von 50.000 Verbrennerautos
entspricht. Und dies bei einer effektiven, jährlichen Betriebszeit von nur ca. vier Monaten.

Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass das Verbrennen von Erdgas die Erderwärmung weiter antreibt. „15.000 Hitzetote – davon alleine 1.600 in Rheinland-Pfalz -, vertrocknete Ernten und massive Einbrüche in der Wirtschaft zeigen, dass wir so schnell wir möglich aufhören müssen Gas, Öl und Kohle zu verbrennen”, so S4F-Sprecherin Doris Vollmer.

Da Gaskraftwerke im Durchschnitt weit über 20 Jahre in Betrieb sind, wäre eine Klimaneutralität bis 2035 nicht mehr erreichbar

Mehr noch: Das Bündnis sieht auch die vom Mainzer
Stadtrat 2022 beschlossenen Klimaziele akut gefährdet: „Da Gaskraftwerke im Durchschnitt weit über 20 Jahre in Betrieb sind, wäre eine Klimaneutralität bis 2035 nicht mehr erreichbar“, so Vollmer.

Trotzdem treiben die Oberbürgermeister von Mainz und Wiesbaden, Nino Haase und Gert-Uwe Mende, das Gasprojekt unbeirrt voran.

Wir als Klimabewegung von Mainz und Wiesbaden sprechen uns klar gegen den Bau neuer Gaskraftwerke aus und fordern eine Abstimmung darüber im Stadtrat. Das Bündnis prüft zudem juristische Schritte.

Wir laden alle Mainzer*innen und Wiesbadener*innen herzlich zu unserer Protestaktion am Mittwoch dem 9. September ab 14 Uhr vor dem Kurfürstlichen Schloss ein. Dort veranstalten wir eine Pressekonferenz in der mehrerer Sprecher*innen des Bündnisses zu Wort kommen.