Während auch der Jahreswechsel 2025 von der Diskussion um ein Feuerwerksverbot geprägt ist bleibt Mainz weiterhin untätig. Dabei liegen die Handlungsoptionen auf der Hand.
Es ist wieder soweit: Das Jahr neigt sich dem Ende zu und frei verkäufliche Sprengkörper liegen in den Läden und lassen die Kassen auch nach Weihnachten nochmal ordentlich klingen (siehe Feuerwerk-Importe von Januar bis September 2025 um 62,6 % gegenüber Vorjahreszeitraum gestiegen – Statistisches Bundesamt). Die Tage um den Jahreswechsel werden also wieder einmal geprägt sein von explodierenden Feinstaubwerten, ohrenbetäubendem Lärm, panischen Tieren, tonnenweise Müll, schwer verletzten Menschen und gar Todesfällen.
All das ließe sich mit einer Gesetzesänderung verhindern, doch obwohl die deutliche Mehrheit der Bevölkerung schon seit Jahren ein Feuerwerksverbot fordert (siehe auch Rekordbeteiligung bei Petition „Bundesweites Böllerverbot, jetzt!“), bleibt die Bundesregierung untätig und sieht die Verantwortung weiterhin bei den Kommunen. Zwar können diese kein pauschales Böllerverbot verhängen, aber Handlungsmöglichkeiten sind dennoch vorhanden – sofern sie denn politisch gewollt sind.
Während sich die Stadt Mainz auch 2025 auf Appelle in die Bürger*innen beschränkt, gehen andere Städte bereits erste Schritte hin zu einem menschen-, tier- und umweltfreundlichen Jahreswechsel. In Speyer etwa, das ebenfalls der rheinlandpfälzischen Gesetzgebung unterliegt, gibt es schon seit Jahren weiträumige Feuerwerksverbotszonen in der Stadtmitte. Esslingen zieht dieses Jahr mit und untersagt das Abbrennen von Feuerwerk in der gesamten Innenstadt. Darüber hinaus setzen deutschlandweit viele weitere Städte und Kommunen auf lokale Verbotszonen (z.B. Hannover, Köln, Fulda, Düsseldorf oder Erfurt).
Warum folgt Mainz diesen Beispielen nicht? Ein neues Gutachten der Deutschen Umwelthilfe belegt, dass Kommunen rechtlich dazu verpflichtet sind, leicht entzündliche Gebäude und dicht bebaute Bereiche als Feuerwerksverbotszonen zu bestimmen. Der laut Gutachten erforderliche Sicherheitsabstand von 200 Metern zu brandempfindlichen Gebäuden führt dazu, dass in vielen Städten und Gemeinden großflächige Verbotszonen festgelegt werden müssen. Warum also gibt es diese nicht in Mainz? Oberbürgermeister Nino Haase wird nicht müde zu wiederholen, dass er ein bundesweites Feuerwerksverbot befürworten würde – bleibt selbst aber untätig.
Dabei konnte bereits im Sommer ein Zeichen dafür gesetzt werden, dass es in Mainz auch ohne Feuerwerk geht. Zum Abschluss der Johannisnacht 2025 wurde erstmals von Pyrotechnik abgesehen und stattdessen eine Drohnenshow organisiert. Wieso also nicht auch an Silvester für ein solches Angebot sorgen, wie es das Kolibri-Kollektiv in seiner Petition „Schluss mit privatem Feuerwerk in Mainz!“ bereits seit Jahren fordert? In Kombination mit feuerwerksfreien Zonen würde ein solches Event einen zusätzlichen Anreiz bieten, auf privates Feuerwerk gänzlich zu verzichten. Dabei können die bunten Lichter in der feierlichen Nacht dann auch tatsächlich gesehen werden, anstatt wie sonst von dichten Rauchwolken verdeckt zu werden.
Die Möglichkeiten, auf kommunaler Ebene gegen die gefährliche Böllerei vorzugehen liegen also auf der Hand. Dass die Mainzer Stadtregierung keinerlei Anstalten macht, ihre rechtlichen oder organisatorischen Möglichkeiten auszuschöpfen, legt nahe, dass ein Rückgang der Verkaufszahlen von Feuerwerkskörpern tatsächlich nicht gewollt ist und, wie so oft die Wirtschaft den Ton angibt.
Wir appellieren daher nochmals eindringlich an Nino Haase und die Stadt Mainz, ihrer Fürsorgepflicht nach zu kommen und alles in ihrer Macht stehende zu tun, privates Feuerwerk so weit wie möglich einzuschränken und überflüssig zu machen. Denn mit Appellen und guten Worten allein wird es auch dieses Jahr nicht getan sein.

