Störung vor Ledermesse in Offenbach

Am Sonntag, den 5.2.2023 blockierten Aktivist:innen der Organisationen Aktiv gegen Speziesismus, Animal Liberators Frankfurt und Animal Rebellion den Eingang zur Internationalen Lederwarenmesse in Offenbach. Die Aktivist:innen wollten damit auf die strukturelle Unterdrückung von anderen Tieren hinweisen, die von der Lederindustrie ausgeht.

„Es gibt heutzutage keinen vernünftigen Grund mehr Tiere zu töten oder zu misshandeln. Doch genau das ist weltweit Alltag. Tiere werden zu Nahrungsmitteln degradiert, in Tierversuchen gequält und zu Kleidungsstücken verarbeitet. Das Ausmaß dieses Leids ist für uns Menschen kaum vorstellbar. Dass im Jahr 2023 immer noch Tiere für Kleidungsstücke misshandelt und getötet werden ist nicht nachzuvollziehen und muss so schnell wie möglich ein Ende finden.“ betont Pressesprecher Carsten Pochert.

Die Internationale Lederwarenmesse trägt Verantwortung für die lebenslange Gefangenschaft, das Zerreißen von Familien und die Tötung fühlender Lebewesen. All das ist in Deutschland vollkommen legal durchführbar und genau in diesem Moment Lebensrealität von Millionen von Tieren. Außerhalb Deutschlands ist die Situation oftmals noch schlimmer. Länder wie Indien, Brasilien oder China exportieren Lederwaren nach Deutschland und verfügen über noch schwächere Tierschutzgesetze.

Die Lederindustrie versucht gerne zu vermitteln, Leder sei eine Art Abfallprodukt, das bei der Fleischproduktion entsteht. Doch das stimmt keinesfalls:
Fleisch ist neben Leder das wichtigste Produkt der Fleischindustrie. Ohne den Verkauf des Leders wäre Fleisch erheblich teurer und das ganze Geschäftsmodell, das auf der Ausbeutung von Tieren basiert, nicht mehr wirtschaftlich.

Die Produktion von Leder ist nicht nachhaltig! Leder ist eines der umweltfeindlichsten Produkte der Welt. Der Regenwald brennt nicht zuletzt deshalb so oft, weil dort immer mehr Land von der Tierindustrie beansprucht wird, auf dem die Rinder weiden, die später höchst lukrativ für ihr Leder ermordet werden. Durch die Gerbung gelangen zudem giftige Chemikalien in Gewässer und sind ein großes Gesundheitsrisiko für die Arbeiter*innen.

Deshalb fordert das Aktionsbündnis die Produzent:innen und die Händler:innen auf, endlich auf sinnvolle Alternativen umzustellen. Es gibt inzwischen eine riesige Auswahl an hochwertigem Kunstleder, das selbst Schlangenleder perfekt imitieren kann. Basis hierfür sind pflanzliche Materialien wie Ananas, Kaktus oder Pilze, die sich alle zu tierleidfreiem Leder verarbeiten lassen.

Die Aktion am Sonntag schloss sich nahtlos an die Blockade der letzten ILM in Offenbach im Jahr 2020 an. Die Aktivist:innen halten Banner mit Botschaften wie „Leder tötet!“ und „Leder ist Mord!“.